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Jazz Calendiary - Presse

  
 

Foreword: Wolf Kampmann (Translation Daniela Aue) Herausgeber: JazzPrezzo Verlag

Vorwort
Nur wenigen Fotografen ist es gegeben, andere mit ihren Bildern das Hoeren zu lehren. Detlev Schilkes Fotos singen nicht nur deshalb, weil er Musik fotografiert. Wenn er einem Musiker mit der Kamera begegnet, genuegt es ihm nicht, dessen Zuege festzuhalten. Es geht ihm nicht nur um Konturen und Kontraste, Vordergrund und Umgebung. Simple Wiedererkennbarkeit ordnet sich stets spontaner Gestaltung unter. Detlev Schilke ueberwindet die Gesetze der Optik, dringt hinter die Materie, loest Vibrationen aus. Seine Glissandi lassen das Auge durch scheinbar undurchdringliche Fassade gleiten, und Details sagen oft mehr als das Ganze. Es kann der Fuss eines Musikers sein oder ein neben dem Instrument zusammengerolltes Kabel, das Schilke ins Auge faellt und Aspekte eines Kuenstlers entbloesst, die so viel tiefer gehen als ein gut getroffenes Konterfei. Man muss dem jeweiligen musikalischen Moment nicht beigewohnt haben, um ihn durch Detlev Schilke mit der vollen Kraft aller Sinne zu imaginieren. - Von Detlev Schilke lernte ich nicht nur, meinem Ohr zu vertrauen, sondern ueber Musik zu erzaehlen, ohne sie analog zu beschreiben. Seine Fotos hievten mich auf den Weg zu der Erkenntnis, dass es niemals um das Offensichtliche geht, sondern immer um das, was man darueber hinaus fuer sich entdeckt. Hinter die Oberflaeche zum Wesen des Klanges zu dringen. Sich nicht mit dem individuellen Ausdruck anderer zu identifizieren, sondern ihm mit einer ebenso individuellen Haltung zu begegnen. Schilkes visueller Zauber ist extrem emotional. Er ist intim, ohne zu denunzieren, erzaehlt Geschichten und schreibt Geschichte. Jedes Foto ist per se Spiegelbild eines Augenblicks, doch bei Detlev Schilke sind diese Augenblicke immer als Partikel der Ewigkeit fassbar.

Jazz Calendiary 2007: Few photographers are gifted in teaching others the ability to listen through their pictures. Detlev Schilke's photographs are singing. Not only because he takes pictures of music. Whenever he meets a musician with his camera he is not satisfied by just fixing his features. He is not just concerned about contrasts, contours, foreground or surrounding. Recognizability follows spontaneous arrangements. Detlev Schilke subordinates the laws of optics, he looks behind the subject matter, he triggers vibrations. His glissandi allow the eye to slip through a facade that seems to be impermeable. Details often say more than the whole. It could be a musician's foot or a rolled up cable laying next to an instrument that captures Schilke's attention and uncovers aspects of an artist that go far beyond a well done portrait. It is not necessary having experienced a certain musical moment. You can imagine it with the full power of all senses through Detlev Schilke. - Detlev Schilke not only taught me to trust my ear, but to talk about music without describing it analogously. His photos have let me to the insight that it is not the obvious that matters but what you discovers behind it. Penetrating the surface to catch the character of a certain sound. Not identifying of the individual expression of others, but meeting them with an equally individual attitude. Schilke's visual magic is extremely emotional. He is intimate without denouncing, he tells stories and writes history. Each photo is the reflection of a moment, but with Detlev Schilke these moments are always to be understood as a particle of eternity.

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New Yorker Oktoberrevolution
08.09.2006
Berliner Zeitung - Feuilleton - Seite 27
Autor: Christian Broecking

Das Effektpedal, auf dem sein linker Fuß ruht, heiß "cry baby" - der Schuh ist ledern, die Sohle aus Gummi und nicht mehr neu. Die Hose ist gestreift, die Trompete gestopft - auf diesem Foto von Wadada Leo Smith, aufgenommen beim Total Music Meeting vor einem Jahr, sieht man kein Gesicht. Ein anderes Foto zeigt den Saxofonisten Joe Lovano in der Garderobe des Jazzclubs A-Trane beim Präparieren des Mundstücks, der Blick konzentriert, wach und entrückt zugleich.

Auf den 53 Schwarz-Weiß-Fotos seines gerade erschienenen Buches "Jazz Calendiary 2007" (jazzprezzo) sieht man Musiker bei der Arbeit, gestellte Posen interessieren den Berliner Fotografen Detlev Schilke nicht. Nur selten, wie bei dem Porträt des Gitarristen Arto Lindsay, ist mal ein Lächeln zu sehen, manche Musiker haben die Augen beim Spiel geschlossen, bei einigen wirkt der Gesichtsausdruck gar schmerzverzerrt - fast schon ein bisschen unheimlich. Meist ist ein Instrument im Weg, manchmal wirkt es wie ein Schutzschild, wie bei Woody Shaw (Abb.). Schilke kommt den Musikern nicht zu nahe, er konzentriert sich auf den Raum um sie herum.

Ein Foto zeigt den Trompeter Bill Dixon während seiner ersten Berlin-Besuchs 1994. Dreißig Jahre zuvor hatte Dixon die New Yorker Oktoberrevolution im Jazz initiiert, im Haus der Kulturen der Welt sieht man ihn wartend, der Hut verdeckt sein Gesicht, ein Instrument hält er in den Händen, ein anderes liegt vor seinen Füßen auf einer Tasche.

Die meisten Fotos in diesem schönen Buch hat Schilke in Berlin gemacht, zu den Ausnahmen gehört ein Porträt des am vergangenen Samstag verstorbenen Saxofonisten Dewey Redman, das ihn 1992 beim Ulrichsberger Kaleidophon zeigt. Beim JazzFest 1993 hat Schilke Aki Takase fotografiert, wie sie eine Zigarette raucht und Lester Bowie eine Zigarre. Das Bowie Foto wurde im Büro des Jazzclubs Quasimodo gemacht, an der Wand hinter Bowie sieht man ein Foto von Dizzy Gillespie - ebenfalls mit Zigarre. Dieses Bowie-Foto stammt aus der Zeit, als in New York der letzte große Jazzkrieg herrschte. Auf der einen Seite kämpften die Neotraditionalisten mit Wynton Marsalis, auf der anderen die Avantgardisten mit Bowie. Für Marsalis endete die Tradition mit John Coltrane und Thelonious Monk. Für Bowie dagegen hatte sie gerade erst begonnen. Der 1999 jäh Verstorbene sah die Bühne als Labor, die Musik als Experiment. "Alle Amerikaner werden dazu erzogen, Dummköpfe zu sein", lautete seine schon damals aktuelle These über die kulturelle Bedingtheit seiner Mitmenschen und das Geschäft der konservativen Kulturkritik.

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JAZZ TOKYO関係者

Kazue Yokoi
Jazz Calendiary 2007; Photo by Detlev Schilke

ドイツのjazzprezzoが出しているジャズ・カレンダーの2007年版は、ベルリン在住のドイツの写真家Detlev Schilkeの写真を使用。カレンダーといってもヨーロッパのアート・カレンダーでよくある週毎にページをめくるブックタイプのもの。写真も53枚掲載 されている。ドイツ・アマゾン
(http://www.amazon.de)
などで購入可能。また、Schilkeの下記HPでは彼のさまざまな作品を見ることができる。
http://www.detschilke.de

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Jazzinstitut Darmstadt
Wolfram Knauer

        In den 50er und 60er Jahren waren Joachim Ernst Berendts Fotokalender Kult. Das Jazz Calendiary könnte ähnlich kultig werden, diesmal nicht als Wand-, sondern als Tischkalender. Das handliche, dank der Spiralbindung leicht zu blätternde Buch enthält auf der linken Seite Schwarzweiß-Fotos des Fotografen Detlev Schilke, für jede Woche eines, und auf der rechten Seite genügend Platz für Termine, Anmerkungen, Notizen. Dickes Papier haben die Kalendermacher benutzt, angenehm rauh und beschreibbar und zugleich hochwertig glossy und damit fotogerecht. Es beginnt mit Junior Cook beim JazzFest Berlin 1990 und endet mit Woody Shaw bei den Leipziger Jazztagen 1987, und zwischendrin findet sich alles, was Rang und Namen hat in der Jazzszene zwischen den späten 80er Jahren und heute. Gary Lucas sitzt mit seiner Gitarre vor einem Wirrwarr an Fußschaltern, Joelle Léandres Schatten spielt ins Mikrophon, Dietmar Diesner dreht sein Saxophon um, Peter Kowald lauscht den eigenen Basstönen (gleich zweimal), Aki Takase entspannt und raucht, ebenso Lester Bowie, Joe Lovano probiert sein Mundstück aus, Bill Dixon seine Trompeten, Archie Shepp denkt nach, Tomasz Stanko prüft das Clip-On-Mikro, von Von Freeman sehen wir nur Instrument und Hosenträger, von Markus Stockhausen die Trompete, Regina Carter und Carla Kihlstedt geigen, Michel Portal und Richard Galliano üben sich in zwiefacher Akkordeonistik, und Wadada Leo Smith spielt Trompete, während er zugleich die Elektronik bedient, mit einem Fußpedal der Marke "Cry Baby". Genügend Bilder, um durchs Jahr zu kommen, jeden Tag daran erinnert zu werden, dass auch die grauen Tage des Jahres durch Jazz lebendig werden können. Und ich bin mir sicher, dass (was die Buchmacher vielleicht nicht so freut) im Jahr 2008 etliche der wunderbaren Fotos gerahmt an der einen oder anderen Wand ihren Platz finden werden. (Wolfram Knauer)

            In the 50s and 60s, Joachim Ernst Berendt's foto calendars were extremely popular. The Jazz Calendiary could become just as popular, this time not as a wall but as a desk calendar. The handy sized and easily to turn over book contains black and white photographs of the photographer Detlev Schilke on its left side, one for each week, and enough space on the right side for notes about appointments , thoughts or whatever. The pages are made of thick paper, nice to write on, yet high quality and glossy for the pictures. It starts with Junior Cook at the JazzFest Berlin in 1990 and ends with Woody Shaw at the Leipziger Jazztage 1987, and in between you'll find many big and not so big names from the jazz scene of the late 80s up to today. Gary Lucas sits with his guitar in front of a jumble of cables and pedals, Joelle Léandré's shadow plays into a microphone, Dietmar Diesner turns his saxophone around, Peter Kowald listens to his own bass notes (and he does it twice), Aki Takase relaxes and smokes a cigarette as does Lester Bowie (but a cigar), Joe Lovano tries out his mouthpiece, Bill Dixon does the same with his trumpets, Archie Shepp thinks, Tomasz Stanko tests his clip-on microphone, of Von Freeman we just see his instrument and his suspenders, of Markus Stockhausen just his trumpet, Regina Carter and Carla Kihlstedt play the violin, Michel Portal and Richard Galliano the accordion, and Wadada Leo Smith plays trumpet while at the same time controlling the electronics using a foot pedal named "Cry Baby". Enough photos to get through the year, and to remember that even the gray days can be beautiful with jazz. And I am sure that in the year 2008 some of these excellent photos can be found in frames on many walls. (Wolfram Knauer)

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Jazz Podium
Tobias Richtsteig

Dass Jazz weit mehr ist als nur ein Musik-Genre, nämlich ein Lebensstil auch außerhalb von Jazzkellern und Konzerthallen, beweist einmal mehr das alltagstaugliche »Jazz Calendiary 2007«. Hinter dem Wortspieltitel, den man durchaus zweimal lesen sollte, verbirgt sich ein Tischkalender im Buchformat – und mehr: denn jeder Seite des Wochenkalendariums steht ein Meisterwerk des Jazzfotografen Detlev Schilke gegenüber. Diese schwarz/weiß-Bilder sind weit mehr als Starportraits, auch wenn von Benny Bailey bis Lester Bowie, Joe Lovano bis Peter Kowald die wichtigsten Protagonisten des Jazz in verschiedensten Spielarten vertreten sind. Der Jazzpublizist Wolf Kampmann beschreibt im Vorwort die intimen Einblicke, die dabei niemals distanzlos werden: "…Details sagen oft mehr als das Ganze. […] Von Detlev Schilke lernte ich nicht nur, meinem Ohr zu vertrauen, sondern über Musik zu erzählen, ohne sie analog zu beschreiben." Die Bilder nehmen uns mit auf die Bühne, schauen den Musikern über die Schulter und zeigen, wie Jazz entsteht: aus der Konzentration auf den Augenblick. Solche Augenblicke begleiten den Leser/Schreiber des »Jazz Calendiary« durch das Jahr: der JazzPrezzo-Verlag hat mit solider Ringbindung und festem Karton-Umschlag den wunderbaren Bildern den nötigen Schutz gegeben, um auch auf Dienst- und Urlaubsreisen dabei sein zu können. Für alle, denen Jazz vielleicht nicht alles ist, aber ohne Jazz alles nichts.

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Neue Westfälische
Jazz fürs Auge

Rainer Plackes "Jazz Calendiary 2007" ist dem Fotografen Detlev Schilke gewidmet
VON THOMAS KLINGEBIEL

Bielefeld. Der Traum geht weiter. Vor einem Jahr debütierte der Journalist Rainer Placke mit der Bildbiografie "Red & Cool" als nebenberuflicher Jazzbuch-Verleger. Der Band über den populären schwedischen Jazzposaunisten Nils Landgren und das Folgeprojekt, ein Jazz-Fotokalender, ernteten so viel Kritikerlob und verkauften sich so vielversprechend, dass Placke weitermacht. Zur Mindener "Jazz Summer Night" am kommenden Samstag erscheint in seinem "jazzprezzo"-Verlag das "Jazz Calendiary 2007". Inzwischen ist Placke, Sportredakteur dieser Zeitung in Lübbecke, vor einem Buchstart nicht mehr so nervös wie noch vor einem Jahr. Mit seiner Kooperation mit dem renommierten Grafik-Designer Ingo Wulff hat er sich in der Szene einen Namen gemacht. Fachmagazine wie "Jazzthetik" oder "Jazzthing" rezensierten die Landgren-Biographie und den ersten Jazzkalender wohlwollend, die Jazzliebhaber bestellen und kaufen eifrig. Selbst die edle "Red & Cool"-Sonderedition mit einer Originalradierung von Max Neumann ist nahezu vergriffen.
Querschnitt durch das Schaffen eines Fotografen - Natürlich muss Placke an freien Tagen und Wochenenden immer noch seinen Büchertisch in Jazzclubs, bei Festivals und Jazznights wie der in Minden aufbauen. Doch auch wenn er gelegentlich eine Bücherkiste vergebens schleppt, nimmt er das mit Gelassenheit: "Beim nächsten mal läuft’s wieder besser." Ein Vertriebspartner liefert seit einigen Monaten die Internet-Bestellungen aus. "Anfangs habe ich jedes Paket selbst gepackt und verschickt." Schon nach einem Jahr ist klar, dass sich das "Jazz Calendiary" zu einer Reihe entwickeln wird. Die wie ein College-Block gebundenen Tischkalender im DIN-A-5-Format sind jeweils einem herausragenden Jazzfotografen gewidmet. 53 Aufnahmen, für jede Woche eine, zeigen einen Querschnitt durch dessen Schaffen. "Ich bekomme schon viele Anfragen von Fotografen, die auch mal wollen", berichtet Placke stolz. Im vergangenen Jahr stand der Fotograf Arne Reimer im Mittelpunkt. "Das ergab sich aus dem Landgren-Buch, in dem einige Fotos von Arne vertreten sind." Das am Samstag erscheinende "Jazz Calendiary 2007" präsentiert den Berliner Detlev Schilke. Anders als Reimer, der die Jazzer mit Vorliebe hinter der Bühne ablichtet, porträtiert Schilke die Musiker überwiegend im Konzert. Der 50-Jährige wuchs in der ehemaligen DDR auf, bekam dort unter anderem einen Preis für eine Fotoserie über den Pianisten Horace Parlan. Nach dem Mauerfall weitete Schilke sein Tätigkeitsfeld auf die Bundesrepublik aus, arbeitete für überregionale Tageszeitungen sowie Musik- und Jazz-Zeitschriften. Aus dieser Zeit stammen die meisten der 53 Aufnahmen des Jazz-Kalenders. In Berlin, wo Schilke lebt und arbeitet, wird er von Kollegen respektvoll "das Auge" genannt. Er entdeckt Motive und graphische Strukturen, die typisch "Schilke" sind. Mal rückt er den Schatten eines Musikers ins Bildzentrum, wo dieser vor einem Mikrofon zu stehen scheint. Der notorische schwarze Hut von Archie Shepp verschwimmt zu einer dunklen Wolke, unter der der Saxophonist geheimnisvoll hervorblickt. Glanzpunkt der Auswahl ist das Porträt von Woody Shaw, gleichzeitig so etwas wie ein Markenzeichen für Schilkes Arbeit. Die Finger des legendären Trompeters und Komponisten formen beim Drücken der Instrumentenventile einen Kreis, der in der gestauchten Perspektive des Teleobjektivs Shaws rechtes Auge umschließt. Ein bewundernswerter Schnappschuss des Berliner Jazz-"Auges".

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